Erste Eindrücke von GRUB2

Nachdem man nun selbst bei Heise von Grub2 so begeistert war dachte ich mir, versuchen wir es einfach mal selbst. Dass das Ganze natürlich unfertige Software ist, ist dabei ein nur geringer Störfaktor, den es aber dennoch im Auge zu behalten gibt.

Der erste Versuch ist relativ simpel: Man nehme das aktuelle Live-Ebuild aus dem Portage und das USE-Flag ‚multislot‘ und beginne den Emerge-Prozess. Das USE-Flag ‚multislot‘ ist dabei sehr wichtig, da wir uns den alten Bootloader erhalten wollen um nicht auf einmal vor dem Nichts dazustehen. Auf wundersame Weise baut das Live-Ebuild und produziert uns etwas, das wir als angeblich funktionierende Binary ansehen dürfen. Doch die Freude steht sogleich beim ersten Problem an

Mein Root-FS ist derzeit BTRFS, was GRUB als solches noch nicht lesen kann und wir daher sofort mit einem Fehler auf der Schnauze landen. Doch wen kümmert so etwas bei einer eigenen /boot Partition? Und vor allem: Warum zum Geier muckt Grub2 dabei auf, der doch nichts auf der Platte zu suchen hat?

Was soll’s. Ich nehme mir also das Setup Script, welches sich in den Tiefen von /usr/sbin befindet und stelle fest, dass es eine interne Variable ist, welche hier nicht auf mein Umfeld passt. Ich überschreibe sie also und modifiziere sie also dementsprechend, dass es klappt. Nun wäre eigentlich der Moment gekommen um Grub2 in den MBR zu schreiben, was ich an dieser Stelle jedoch tunlichst vermeiden werde, um nicht ganz ohne Hintertür zu sein.

Doch wie booted man dann diesen Bootmanager? Ganz einfach: mit dem Bootmanager! – Jeder der jetzt über diese kleine Passage lacht sei auf den Chainloader hingewiesen, mit welchem wir selbst den Windows-Loader an den Start prügeln.

Gesagt, getan – GRUB2 als Chainloader eingetragen und Konfiguration geschrieben. Diese Dinge sollten eine solide Basis für das nächste Debakel bringen und wir rebooten und wählen beim Start den neuen Bootloader aus. Doch irgendwie scheint da etwas noch nicht ganz in Ordnung zu sein, da der neue Grub ein ziemlich altes Design an den Tag legt. Ich kratze mich am Kopf, bemerke die neue Versionsnummer, zucke mit den Schultern und wähle aus dem Startmenü meinen aktuellen Kernel aus um diesen zu booten.

Doch aufatmen kann ich noch lange nicht, da sich der Boot-Prozess kurz nach dem Anlaufen des Kernels mit einem unschönen Fehler verabschiedet: Das Root-FS wurde als Kernelparameter zwar brav eingegeben, jedoch irgendwie nicht dem Kernel mitgeteilt. Aber noch ist ja Zeit, solche Bugs zu beheben und ich suche mir wieder eine andere Beschäftigung als Grub2.

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5 thoughts on “Erste Eindrücke von GRUB2”

  • matthewb says:

    I remember using GRUB2 a few months ago on a more conventional setup. It was set for dual-booting FreeBSD and some Debian derivative. No problems there. But of course, it should not be a matter of luck if it works or not.

  • I totally agree regarding ‚luck‘ – but that’s the thing with builds done directly from Subversion: they often break. But from your experience – is grub2 worth it or is it just because of there are no alternatives?

  • GRUB war und ist ein Graus – daran ändert auch GRUB2 nichts !! Unglaublich, dass man als Entwickler noch so eine Software auf die Menschheit loslassen kann – das ist ja wie Linux von 1989 …

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