fichtenmoped und co

irgendwann fängt jeder mal an, viele schon in der jugend mit den üblichen kleinen kampfgelsen, fichtenmopeds oder sonstigen selbstfahrenden kreissägen… und wenn man diese phase überlebt, nicht grad dem vierradvirus verfällt, sondern sich eine lebensphilosphie aneignet, dann bleibt man biker, vermutlich sein ganzes leben lang…

das ist irgendwie beinahe ein natürlicher ablauf, so könnte man fast sagen. und wenn man sich an den anfang rückbesinnt, dann fallen einem so die üblichen kleinigkeiten wie die ersten frisierversuche am moped ein, sehr häufig mit einem meßbaren gewichtsverlust des schalldämpfers einhergehend. wobei der kleine unterschied zwischen damals und heute eigentlich darin besteht, daß die schalldämpfer damals wirklich schall dämpften und das in einem frequenzbereich, der nicht ganz so intensive zahnarztgefühle auslöst, wie das die heutigen schalldämpferleins tun. klar, die drehzahlen damals waren eindeutig niedriger und damit auch die frequenzen und der erreichbare klang war auf jeden fall angenehmer, eben sonsorer und beinahe erwachsener… man denke da nur an die legendäre MV50, das in österreich berühmte „postlermoped“, meißt schwarz mit cremefarbenem tank… wahrlich legendär!

klar gab’s auch damals schon außenseiter wie z.b. die PK, die ob mit oder ohne abgedichtetem dämpfer immer wie eine mit ein wenig kies gefüllte, sonst leere colabüchse geklungen hat. aber irgendwie mußten sich ja die vespas von echten mopeds unterscheiden, oder nicht? wer ließ sich damals schon freiwillig als „popper“ beschimpfen? wurscht, die zeiten sind vorbei!

heute erfreuen wir uns am sonoren klang unserer großvolumigen eintöpfe, twins, triples, reihen- oder v-vierer, manche sogar an sechszylinderboxer oder gar an einem mächtigen V8, hauptsache, es kommt hinten auch noch ein akzeptabler bass heraus… (was bitte machen wir goldwingfahrer? den radio laut aufdrehen, fertig!)

egal, der sound ist grundlegend ja doch eine empfindung, die einem zusagen muß, auch wenn das geröhre der fichtenmopeds nervt wie sau! wo sind die zeiten hin, als auch mofas noch einen klang hatten und deutlich von kreissägen und anderen baumaschinen und medizininstrumenten unterschieden werden konnten?

die wirklich nervigen sachen, nun, in zeiten des internetzes und der smartphones (was auch immer an dem gewische „smart“ sein soll, erinnert mich eher an frühpubertäte handbewegungen, mittlerweilen von beiderlei geschlechts 48 stunden am tag und zehn tage die woche ausgeführt…), das sind die ewig jammernden microrossis, die an ihren fichtenmopeds schrauben wie blöd, dann erklären, daß alles vom vorbesitzer war und jammern, wenn die rennleiter ihnen den hosenboden aufreißen, daß sie einen trichter brauchen zum sch…, kinder, das nervt! wir in eurem alter haben, wenn uns mal die gendarmen den arsch aufgerissen haben, stillschweigend das ersparte hingelegt und maximal stolz in freundeskreisen von unserem heldenhaften rowdytum erzählt, aber wir hätten nie und nimmer in der öffentlichkeit gejammert, wie ungerecht die welt doch ist! wir waren noch echte männer, zwar jung und dumm, aber zu stolz, um zu jammern wie weichmittelgespülte waschlappen! wir hatten eben noch einen arsch in der hose, nicht so wie ihr heute, den mickeymousearsch ÜBER der hose!

das nächste, wir hatten noch respekt vor den heißen öfen der altvorderen! wenn die kamen, dann machten wir platz, wir parkten schon von vornherein unsere selbstfahrenden verkehrshindernisse so, daß der respekt gegenüber den wahren helden schon mit freiem auge sichtbar war! und wir versuchten, die dingers auch platzsparend abzustellen, nicht so wie heute, wo die kreissägen und fichtenmopeds wie auf einem sauhaufen herum lungern, überall ihren zweitaktsud verbreiten und jedem im weg stehen… nein, wir wußten, wer respekt verdient hatte und dazu zählten all die SG-, TF-, RL und auch Horex-fahrer und nicht zu vergessen, die ehrwürdigen tritons, bsa’s und all die anderen! und wenn wir dann diese eisen bewunderten, dann blieben unsere hände dort, wo sie hingehörten, nämlich in die hosentaschen, denn nichts bricht schneller als ein finger, der ein fremdes bike befingert… heute? na, was meinst, wieviele finger ich schon gebrochen habe??? und von den mickeymouseärschen, die frecherweise ungefragt auf meiner wing platz genommen haben und dafür mit einem schönen streifenmuster verziert wurden, schweigen wir…

hach, die guten, alten zeiten…

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Im Herzen ein Motorradfahrer, der Zeit seines Lebens sich immer mit Motorrädern, ihren Fahrern und ihrem Denken auseinandergesetzt hat, frei nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel! Entsprechend ist auch der Lebensinhalt ausgerichtet: Morgens schon als erstes die Goldwing im Sinn, dabei nicht alleine, denn auch meine Frau ist vom selben Schlag, eine Bikerin durch und durch...

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