{"id":416,"date":"2007-06-25T11:04:45","date_gmt":"2007-06-25T09:04:45","guid":{"rendered":"http:\/\/my.stargazer.at\/2007\/06\/25\/toy-run-2007-ein-unbeschreibliches-erlebnis\/"},"modified":"2007-06-25T11:50:01","modified_gmt":"2007-06-25T09:50:01","slug":"toy-run-2007-ein-unbeschreibliches-erlebnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/my.stargazer.at\/de\/2007\/06\/25\/toy-run-2007-ein-unbeschreibliches-erlebnis\/","title":{"rendered":"Toy-Run 2007, ein unbeschreibliches Erlebnis"},"content":{"rendered":"<p>Seien wir doch mal ehrlich, die ganzen Typen in ihren Lederklamotten oder sonstwie matialisch aussehenden Panzermonturen, wer w\u00fcrde ihnen ein Herz, weich wie Butter in der Sonne unterstellen? Freiwillig wohl niemand&#8230; alles Rabauken, Saufbr\u00fcder und Raufbolde&#8230; oder etwa doch nicht?<br \/>\n<!--more--><br \/>\nSonntag morgen, der Morgen graut&#8230; und mir auch. Es ist 6.00 Uhr. Tagwache! Toy-Run ist angesagt! DAS legend\u00e4re &#8222;Spielzeuglaufen&#8220; f\u00fcr Kinder&#8230; Sammelpunkt SCS, von 6.00 Uhr bis 8.30 Uhr, aber bei den Ersten wollen wir, meine Frau und ich, nun doch wieder nicht dabei sein, lieber so im Mittelfeld, unauff\u00e4llig&#8230; soweit es eben m\u00f6glich ist, also Abfahrt zur Toy-Run um 7.00 Uhr, das sollte gen\u00fcgen.<\/p>\n<p>Also, Kaffe brauen, G\u00f6ttergattin sanft wecken und einen zaghaften Kultivierversuch starten&#8230;<\/p>\n<p>Nach dem Kaffee werden unsere B\u00f6cke gesattelt, die 250&#8217;er Virago meiner Frau und meine 250&#8217;er Helix und dann ab zur SCS.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zum Sammelpunkt kommen aus jeder Einfahrt, aus jeder Seitenstra\u00dfe, \u00fcberall her immer mehr Motorr\u00e4der, und das, obwohl es tr\u00fcb, regnerisch und abweisend ist. Typisches Wiener Wetter, wie wir sp\u00e4ter erfahren.<\/p>\n<p>Die Zufahrt zur SCS ist blockiert, Gelbjacken empfangen uns, kl\u00e4ren uns kurz und pr\u00e4gnant \u00fcber \u00d6lfleck, Zufahrt und Einla\u00df auf und schon geht es weiter zur Einla\u00dfschneise.<\/p>\n<p>Einweisung zum Standplatz, absitzen und gen\u00fc\u00dflich im Nieselregen einen hei\u00dfen Kaffee schl\u00fcrfen, die obligaten Z\u00fcge an einer Zigarette, damit der Nikotinspiegel passt und die ersten Bekanntschaften. Und komischerweise kennen uns mehr Leute als wir die Leute kennen. Kann es sein, da\u00df unser Besuch am Vortag bei einem Zubeh\u00f6rh\u00e4ndler die Runde gemacht hat? Ist Wien auch blo\u00df ein Dorf?<\/p>\n<p>Endlich, 9.00 Uhr, der Himmel klart auf, die ersten, zaghaften Sonnenstrahlen kommen aus der Wolkendecke hervor, diszipliniert setzt sich ein 36km langer, aus 2960 Bikes bestehender Konvoi in Bewegung, um \u00fcber die Autobahn den ersten Abschnitt der 160km langen Strecke nach Waidhofen\/Ybbs im wundersch\u00f6nen Mostviertel zur\u00fcck zu legen. Danach geht es \u00fcber die D\u00f6rfer, Felder und Wiesen weiter. Und \u00fcberall der selbe Anblick: Bikes, wohin das Auge reicht, in einer Gasse ausfr\u00f6hlichen Menschen jeden Alters, mit Windelpaket, mit Stock, mit Sonnenschirmen, Kameras und fr\u00f6hlich winkend&#8230; Sind wir die erwarteten Helden? Fast k\u00f6nnte man es meinen, aber wir sind doch nur Biker, die etwas f\u00fcr andere tun wollen, wirklich tun und nicht nur dar\u00fcber reden&#8230; keine Helden&#8230; einfach Menschen mit einem gemeinsamen Hobby, im Regelfall angefeindet und beschimpft&#8230; doch heute? Heute gibt man uns das Gef\u00fchl, Held zu sein&#8230;<\/p>\n<p>In Waidhofen angekommen, werden die Bikes, in einer Allee richtig malerisch umrahmt, abgestellt und gemeinsam &#8222;wandert&#8220; man zum Festplatz, normalerweise als Marktplatz bezeichnet, doch heute ist er geschm\u00fcckt, B\u00e4nke und Tische laden zum Verweilen und gemeinsamen Feiern ein, eine B\u00fchne, auf der Ernstl seine pathetischen Worte in unsere Hirne knallt, auf der Kinder unsere Herzen ber\u00fchren, auf der Erwin (Pr\u00f6ll, der LH von N\u00d6) ebenso pathetisch uns um den Verstand, oder das, was davon noch \u00fcbrig ist, quasselt, wo 10.000 Menschen gemeinsam feiern, da\u00df es Kindern neue Wege er\u00f6ffnet, wie Du und ich zu leben, einfach gesagt, 10.000 Menschen, Kinder, Erwachsene, Senioren, ein Herz und ein Fest&#8230; (besser kann ich es leider nicht formulieren, aber ich hoffe, Ihr wi\u00dft, was ich meine&#8230;)<\/p>\n<p>Und dann, Abschied von Waidhofen, Abschied von den Kids, Abschied von \u00fcber 5.000 Menschen, die mit uns gefeiert hatten, Heimfahrt, nachdenklich, gl\u00fccklich und bewegt&#8230; unter vielen, neuen Freunden, die wir hoffentlich 2008 alle wieder gesund treffen werden&#8230;<\/p>\n<p>Ein letztes Getr\u00e4nk im Schutzhaus, die letzten Worte mit Ernstl, Igel, Marianne und den anderen gewechselt&#8230; und, keine Ahnung, warum auch immer, Applaus von den anderen, dabei taten wir nichts, was sie nicht auch getan hatten&#8230; wir trafen uns zur Toy-Run, so wie es vermutlich in den folgenden Jahren immer wieder sein wird&#8230; und unsere Hausecke, um die wir daf\u00fcr gefahren sind, die ist halt anstatt 200km eben 600km entfernt&#8230; aber daran ist nichts heldenhaftes zu finden&#8230;<\/p>\n<p>Es geht nicht um uns, es geht um unsere Zukunft, um unsere Kinder! Bis 2008&#8230; die n\u00e4chste Toy-Run, an der heute schon die wahren Helden arbeiten, versteckt, unauff\u00e4llig, nur durch ihre gelben Jacken erkennbar&#8230;<\/p>\n<p>Danke an Ernstl, Igel und die anderen Gelbjacken!<\/p>\n<p>Danke an alle, die uns begleiteten, ob in Uniform, ob im Pannenwagen oder im Leder&#8230;<\/p>\n<p>Und, wenn wir d\u00fcrfen, dann kommen wir n\u00e4chstes Jahr wieder! Nicht f\u00fcr uns, sondern so wie Ihr, f\u00fcr unsere Kinder!!!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seien wir doch mal ehrlich, die ganzen Typen in ihren Lederklamotten oder sonstwie matialisch aussehenden Panzermonturen, wer w\u00fcrde ihnen ein Herz, weich wie Butter in der Sonne unterstellen? 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